Büchel dichtgemacht!

DKP blockiert wieder einmal das Atomwaffenlager in der Eifel

DKP blockiert wieder einmal das Atomwaffenlager in der Eifel

Aktivistinnen und Aktivisten der DKP und befreundeter Gruppen ist es wieder einmal gelungen, die Zufahrtsstraßen zum Luftwaffenstützpunkt Büchel in der Eifel für einige Stunden zu blockieren. Die Blockade in den frühen Morgenstunden des Freitag, 20. Juli 2018 war der Höhepunkt der DKP-Aktionspräsenz vom 19.-22. Juli unter dem Motto „Büchel dichtmachen! – Abrüsten statt Aufrüsten!“.

Zum dritten Mal in Folge beteiligte sich die DKP damit an den alljährlichen Aktivitäten des Bündnisses „buechel-atomwaffenfrei.de“, welches zwischen Ostern und dem Hiroshima-Jahrestag über 20 Wochen ein Friedenscamp betreibt, von dem ausgehend die verschiedenen Organisationen Protestaktionen entwickeln. Auch in diesem Jahr wurde die Partei dabei unterstützt: Von eigens angereisten Mitgliedern des Bremer Friedensforums, von jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines internationalen Workcamps sowie natürlich von der SDAJ. So gelang es mit einer im Vergleich zur Vorjahresaktion deutlich gesteigerten Teilnehmerzahl von etwa 50 Aktiven, die drei Eingangstore des Stützpunktes für zwei Stunden komplett abzuriegeln. Die örtliche Polizei, offensichtlich überrascht von der großen Zahl an Blockierern, konnte erst nach dem Eintreffen der angeforderten Verstärkung ein Tor räumen. Durch die Aktion gelang es, die Routine des Stützpunktes empfindlich zu stören, konnten doch die letzten der (handgezählten) 1000 PKW, die sie sich bis in die angrenzenden Ortschaften hinein stauten, erst drei Stunden nach Beginn der Blockade in den Stützpunkt einfahren.

Die gastgebende Bezirksorganisation Rheinland-Pfalz hatte ein ansprechendes Beiprogramm mit diversen kulturellen und politischen Veranstaltungen organisiert. Dabei wurde vom Arbeiterliederabend bis hin zu Diskussionen über die Frauen-Friedensbewegung und die Möglichkeiten der Rüstungskonversion so einiges geboten. Im Friedenscamp, das mit deutlich verbesserter Infrastruktur überraschte, herrschte eine kämpferische Stimmung. Diese gelang es auch auf die Straße zu tragen: an zwei Tagen strömten die Campteilnehmer aus, um in verschiedenen Städten im Umland mit Infoständen Unterschriften unter den Aufruf „Abrüsten statt Aufrüsten“ zu sammeln. Eine Aktion, die nicht nur zahlenmäßig ein Erfolg war, sondern auch anschaulich die Bedingungen der Kommunistenarbeit in der Provinz erfahrbar machte. Am Samstag sprachen auf der Kundgebung vor dem Haupttor des Tornado- Flughafens neben Vertretern der DKP auch ebensolche der Schwesterparteien aus Luxemburg, den Niederlanden und Belgien.

Unsere Aktionen waren zweifellos ein weiterer Erfolg der zahlreichen Aktivitäten vor Ort. Der Druck auf die Verantwortlichen nimmt sichtlich zu. Jeweils wenige Tage vor und nach der DKP-Aktionspräsenz gelang es Friedensaktivisten, in das Gelände des Luftwaffenstützpunktes einzudringen und auf den Waffensilos Platz zu nehmen. Beide Aktionen genossen bundesweite mediale Beachtung, was als ein Hinweis darauf gewertet werden kann, dass das politische Kräfteverhältnis um die etwa 20 in Büchel gelagerten Atomwaffen herum in Änderung begriffen ist.

Der DKP-Vorsitzende Patrik Köbele erklärte bereits, dass unsere Partei auch im nächsten Jahr wieder mit einer starken Aktionen in Büchel präsent sein wird. Vielleicht ist 2019 dann das Jahr, in dem die Stationierung von US-Atomwaffen in der Eifel in der öffentlichen Meinung untragbar sein wird. Dann dürften wir endgültig feststellen: Büchel dichtgemacht!